Ausreichender und erholsamer Schlaf ist die Voraussetzung, um morgens frisch und erholt den neuen Tag beginnen zu können.
Der Schlaf- Wachrhythmus ist der wichtigste Rhythmus des Menschen.
Er ist ein ausgezeichneter Indikator des inneren Gleichgewichts und der Gesundheit.

Ein gesunder Schlaf fördert Kreativität, Konzentrationsfähigkeit, Sozialkompetenz und eine stabile, ausgeglichene Stimmungslage. Wachstum, Blutbildung, Regeneration vieler Organe und Wundheilung finden überwiegend im Schlaf statt.

Schlechter Schlaf und anhaltende Schlafstörungen führen zu einem Energiemangel. Die Leistungsfähigkeit am Tag ist dadurch stark vermindert.
Ungeduld, erhöhte Reizbarkeit, Unkonzentriertheit und Erschöpfung sind die Folgen.
Atmung, Blutdruck, Herzschlag und Hormonhaushalt können ebenfalls betroffen sein.

Wieviel Schlaf jeder Mensch benötig, ist je nach Alter unterschiedlich:
Erwachsene und Senioren 7-9 Stunden
Jugendliche 8-10 Stunden
Kleinkinder 10-18 Stunden

Formen der Schlafstörungen
Einschlaf- und Durchschlafschwierigkeiten
Häufiges Aufwachen während der Nacht, mit Schwierigkeiten wieder einzuschlafen
Traumgestörter Schlaf
Frühes morgendliches Erwachen

Ursachen für Schlafstörungen
Zu den häufigsten Ursachen für Schlafstörungen zählen Ängste, Sorgen, Überarbeitung, psychische und soziale Probleme. Auch körperliche Erkrankungen können Schlafgewohnheiten verändern. Medikamente und Genussmittel wie Alkohol und Rauchen spielen ebenfalls eine große Rolle bei der Entstehung von Schlafstörungen.

Schlafstörungen aus Sicht der TCM
Das Verhältnis von Yin und Yang bestimmt unseren Schlaf- und Wachrhythmus.
Wenn das Yang bis zum Abend verbraucht ist – nimmt das Yin an Stärke zu.
Der Mensch wird müde und möchte schlafen. Das Yin überwiegt das Yang – man schläft ein.

Yang-Qi = ist die warme, aktive und bewegende Energie. Sie weitet sich während des Tages aus und bleibt in optimaler Balance mit dem Yin.
Yin-Qi = ist die kühlende, nährende und speichernde Energie. Sie nimmt in der Nacht zu und hilft uns in den Schlaf zu kommen.

Bei zu viel Stress, Überanstrengung, unregelmäßigem Essen, starker emotionaler Belastung
entsteht eine Disharmonie der inneren Organe. Es kann zu einem Fülle-, Leere-Zustand, zu
Hitze und Stagnation von Qi- und Blut-Energie kommen.

Die TCM hat ihr spezielles Diagnosesystem und differenziert Schlafstörungen nach
bestimmten Mustern:

Einschlafprobleme: Das Yang kann nicht in das Yin eintreten.
Aufgrund von Herz-Blut-, Herz-Qi-Mangel, Herz-Feuer

Durchschlafprobleme: Das Yin kann den Geist des Herzens (Shen) nicht beherbergen.
Aufgrund von Herz-Yin bzw. Nieren-Yin-Mangel mit/ oder Disharmonie zwischen Herz und Niere.

Früh morgendliches Erwachen: Yang überwiegt das Yin. Aktivität überwiegt die Ruhe.
Aufwachen mit sofortiger Überflutung von Gedanken, Sorgen, und Ärger.
Leber-Qi-Stagnation. Austeigendes Leber-Yang aufgrund von Blut-Mangel

Unruhiger Schlaf, Albträume: Hitze / Feuer beeinflusst die Organe: Magen, Herz, Leber und Gallenblase durch Emotionen oder falsche Ernährung. Der Geist (Shen) kommt nicht zur Ruhe.

Die TCM verbindet die Qualität des Schlafes mit dem Zustand des Geistes (Shen), der im
Herzen verwurzelt ist. Wird das Herz ausreichend mit Blut-Energie versorgt, ist der Shen gut
verankert. Alle Organe arbeiten optimal, so dass alle Energien und Emotionen im
Gleichgewicht sind.

Die TCM kann mit Akupunktur und chinesischen Kräuterrezepturen wesentlich dazu
beitragen, dass dieses Gleichgewicht wiederhergestellt wird.

Durch ein ausführliches Anamnesegespräch mit Zungen- und Puls-Diagnostik kann für jeden
Patienten ein individuelles Behandlungskonzept, für das jeweilige Krankheitsmuster erstellt
werden.

Eine gute Schlafhygiene unterstützt einen guten Schlaf

Halten Sie regelmäßige Aufsteh- und Schlafenszeiten ein.
Regelmäßigkeit ist eine wichtige Voraussetzung für die Abstimmung der verschiedenen
biologischen Rhythmen des Körpers.

Die Schlafdauer ist individuell und von der jeweiligen Situation abhängig.

Essen Sie abends Ihre letzte Mahlzeit zwischen 18.00/19.00 Uhr.
Falls Sie nachts aufwachen, sollten Sie nichts essen. Der Körper gewöhnt sich daran und
wird dann regelmäßig in der Nacht nach Essen verlangen.

Trinken Sie drei Stunden vor dem Zubettgehen keinen Alkohol. Dieser hilft zwar, um besser
Einschlafen zu können, beeinträchtigt aber die Schlafqualität in der zweiten Nachthälfte.

Trinken Sie vier bis acht Stunden vor dem Zubettgehen keinen Kaffee oder andere koffein- und teeinhaltige Getränke mehr. Die schlafstörende Wirkung kann, je nach Empfindlichkeit acht bis vierzehn Stunden anhalten. Versuchen Sie Kaffee, Schwarz-, oder Grüntee vormittags zu trinken.

Halten Sie tagsüber keine Nickerchen, außer ein 10-20-minütiges „Power-Napping“.
Achten Sie darauf, nicht vor dem Fernseher einzuschlafen.

Regelmäßige sportliche Aktivitäten sind wichtig. Sie sollten während des Tages ausgeübt werden, da sie abends das Einschlafen beeinträchtigen können.

Gestalten Sie Ihren Schlafraum so angenehm wie möglich.
Der Raum sollte ruhig, dunkel und kühl sein (circa 16-18 Grad).
Nach Möglichkeit sollte der Raum nur zum Schlafen benutzt werden.

Schalten Sie Ihr Smartphone / Tablett abends aus oder stellen Sie es auf „Nachtmodus“ um.
Der hohe Blaulichtanteil in den Displays wirkt wie Tageslicht und behindert sehr stark das Einschlafen.

Planen Sie sich für den Abschluss des Tages Zeit ein.
Ein Spaziergang an der frischen Luft beruhigt sehr gut das Nervensystem, so dass der Tag entspannt ausklingen kann.
Nehmen Sie sich vor dem Zubettgehen ein bis zwei Stunden Zeit, um nochmals über das Erlebte nachzudenken. Schreiben Sie Ihre Gedanken dazu auf.

Machen Sie Yoga, Tai Qi, Qi Gong oder meditieren Sie.
Dafür sind eine halbe Stunde schon hilfreich für einen guten Schlaf.